HEALTH TANK Blog

Im Hier und Jetzt

Wandel bei Health Tank!

Liebe Achtsamkeitsinteressierte!
Das einzig Beständige ist der Wandel und so wollen wir Euch/Ihnen mitteilen, dass wir unsere Arbeit hier beenden und HEALTH TANK in seiner bisherigen Form aufgelöst wird.

Maria Faust transformiert sich nun in RAUM für ZEIT und Corinna Knauff macht mit mindful communication weiter.
Wir sehen uns in neuer Form wieder!

Remember to stop and breathe.

Be kind to yourself.

Appreciate the small things

Stop at the first place.

Do one thing at a time.

HEALTH TANK IM Lob-Magazin!

Das Lob-Magazin hatte uns angefragt, ob wir nicht einen Beitrag zum Thema "Achtsamkeit für berufstätige Eltern" für sie schreiben wollen und wir wollten!

 

Der Artikel ist jetzt im Lob-Magazin für berufstätige Mütter und Väter erschienen mit dem schönem Titel "Passen Sie auf sich auf!"

 

Hier geht es zum Artikel.

 

Viel Freude beim Lesen!

 

Und wem die Therorie nicht reicht. Eltern-Achtsamkeitstrainings gibt es bei uns natürlich auch. Rufen Sie uns einfach an!

HEALTH TANK BEIM KONGRESS MEDITATION & WISSENSCHAFT IN BERLIN 1. Tag

by Corinna Knauff

Es gab Bananen und Äpfel. Kuchen gab es keinen. Aber Brezeln und Wein am Abend. Das war das kulinarische Begleitprogramm des Kongresses Meditation & Wissenschaft.  Wissenschaftler, Zen-Buddhisten und Top-Management trafen sich in Berlin, um die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in Sachen Meditation und Achtsamkeit miteinander auszutauschen. Und HEALTH TANK war dabei!

 

Der wissenschaftliche Auftakt gehörte der sympathischen Dr. Britta Hölzel, ihres Zeichens Psychologin und Neurowissenschaftlerin, Technische Universität München. Sie untersucht, wie sich Meditation und Achtsamkeit auf das Gehirn direkt auswirkt. Britta Hölzel macht einen besonnenen und integren Eindruck und da passte es, dass sie uns nicht nur auf den neuesten Stand der Neurowissenschaften, sondern zugleich auf den Erdboden der Tatsachen brachte. Ihr Fazit: Bei allem Hype, den die Forschungsergebnisse der Neurowissenschaft derzeit in den Medien auslösen - sie sind noch nicht eindeutig. Die Zahl der Forschungsarbeiten sind bisher zu gering und Verallgemeinerungen über verschiedene Praktiken nicht möglich. Es gibt nach zwar Achtsamkeitstrainings deutliche, messbare Veränderungen im Gehirn (U. a. sinkt die Reaktivität der Amygdala – unseres Fight-und Flight-Centers. Die Aktivierung des präfontalen Cortex steigt und die Zusammenarbeit beider Regionen wird gestärkt. Die Dichte des Hippocampus nimmt zu). Doch das Gehirn ist zu komplex für einfache Rückschlüsse auf Emotion und Kognition. Trotzdem lässt sich mit gutem Gewissen sagen, dass die Ergebnisse hochinteressant sind und Anlass zum Optimismus geben.

 

Der nächste Vortragende war Prof. Dr. Thilo Hinterberger (Angewandte Bewusstseinswissenschaften, Abteilung für Psychosomatische Medizin, Universitätsklinikum Regensburg), ein wunderbar leidenschaftlicher Wissenschaftler, der nach seinen Forschungen sagen kann: Der Meditierende macht weniger Fehler und verbessert sein Exekutivfunktionen. Um noch mehr von dem Vortrag von Herrn Hinterberger wiedergeben zu können, hätte ich sehr, sehr lange googlen müssen. Daher beschränke ich mich hier auf die Exekutivfunktionen: Das sind höhere, kognitive Leistungen, die uns helfen, unser Verhalten zu steuern, Aufgaben zu planen und Probleme zu lösen.

 

In der Podiumsdiskussion ging es um die Fragen, wie viel Meditation das Business verträgt - und wie viel Business die Meditation. Und jetzt kam auch das Top-Management zu Wort:

Peter Terium, CEO innogy S.E. meinte, dass es mit Meditation am Arbeitsplatz genauso wäre, wie bei einem Löffelchen Rotkohl. Man kann nicht sagen, das schmeckt nicht, ohne es je probiert zu haben. Er betonte, dass man nur leisten und arbeiten kann, wenn der Körper funktioniert.

Erich Harsch, der Vorstandsvorsitzende von DM meditiert nicht. Dass er trotzdem mit dabei war, liegt sicher daran, dass seine Vorstellung von Unternehmenskultur und Business eine humane und zudem sehr erfolgreiche ist. Er stellte sich deutlich gegen die weit verbreitete Eigennutz-Perspektive. Für ihn zählt allein die Zufriedenheit des Kunden. Erfolg würde sich so automatisch einstellen.

Mounira Latrache, SIY Programm, Google sprach von der Begeisterung der Google-Mitarbeiter  für Mindfulness, und dass es bei Achtsamkeit um nicht weniger als den Weltfrieden ginge. Hier hätte ich gerne nachgehakt…

Bei der Frage, wie Achtsamkeit in Unternehmen eingeführt werden könne, gab es verschiedene Blickwinkel:

Peter Bostelmann, Director, SAP Global Mindfulness Practice sprach davon, dass zwar Vorbildfunktion wichtig sei, dass die Entwicklung aber auch von unten komme könne. Nach seiner Erfahrung, werden Führungskräfte wach, wenn eine bestimmte kritische Masse erreicht ist. Die Mindfulness Practice gibt es inzwischen an 25 SAP-Standorten!

Peter Terium warf ein, dass in existenziellen Krisen, in denen es schnell gehen muss, die Top-Down-Methode angesagt wäre. Seine Empfehlung: Mindfulness als Hilfestellung, um  Zeiten der Verunsicherung bewältigen zu können.

 

Der Abschluss des Tages lag in Jon Kabat Zinns Händen und wie sagt man doch gleich: Das Beste kommt zum Schluss! Prof. Dr. Jon Kabat Zinn ist Prof. em. für Medizin an der University of Massachusetts war aus den Staaten per Video zugeschaltet und sprach über Achtsamkeit als wirkliche Humanität. Im Anbetracht des großen Leidens auf dieser Welt, das von Menschen selbst gemacht ist , wie etwa der Klimawandel oder Atomkraft, und dem die Menschen als erstes zum Opfer fallen werden, war sein Rat an uns und ein motivierendes Schlusswort des ersten Tages: „Get your ass on the cushion!“

 

HEALTH TANK BEIM KONGRESS MEDITATION & WISSENSCHAFT IN BERLIN 2. Tag

by Corinna Knauff

Der frühe Samstag gehörte jungen Wissenschaftlern, die bei einem Science-Slam ihre Forschungsergebnisse in 5 Min fassten. Dann kam der Talk von Paul Grossman, Dr. Phil., Psychologe und Forschungsleiter der Abteilung Psychosamatik und Innere Medizin, Uniklinik Basel. Sein Thema war Mindfulness, Ethics and Therapy. Er sprach davon, wie Achtsamkeit den drei „giftigen“ Tendenzen des Menschen (Gier, Hass und Unwissenheit) etwas entgegensetzt: Großzügigkeit, Mitgefühl und Bewusstsein. Das schöne Stichwort dazu: THE KIND MIND.

 

Was folgte, war das Highlight des Tages in Gestalt der klugen, lustigen und warmherzigen Neurowissenschaftlerin Tanja Singer Max Planck-Institut , Leipzig. Sie erzählte uns, dass sie häufig von der Presse die Frage gestellt bekommt, was Meditation denn nun mit dem Gehirn macht. Die Antwort, die sie den Journalisten gibt, lautet dann: „Was macht Sport mit Ihrem Körper?“. Wie beim Sport, wird durch Meditation das besser, was man trainiert.

Bei ihren Forschungen trainierte eine Gruppe Probanden Mitgefühl, die nächsten beobachteten ihre Gedanken (Perspektivtraining) und die dritten übten Aufmerksamkeit. Und tatsächlich wurde die Mitgefühlsgruppe in Mitgefühl besser, was sich durch mehr altruistisch-motiviertes Verhalten zeigte. Das Präsenztraining stärkte - wie vermutet - die Aufmerksamkeit, aber nicht das Mitgefühl. „The Theory of Mind“ - die Fähigkeit, sich in die Gedanken anderer hineinzuversetzen, wurde nur durch das Perspektivtraining besser. Singer hält das Perspektivtraining für die globale Kooperation enorm wichtig. Die globale Kooperation international agierender Konzerne und der Politik kann nur mit The Theory of Mind gelingen. Und sieht man sich den Zustand der Welt heute an, kann man sich gut vorstellen, dass wir The Theory of Mind für unser aller Überleben brauchen.

Zum Thema Stresserkrankungen machte Tanja Singer als Hauptursache sozialen Stress aus. Überraschend war ein Forschungsergebnis: Achtsamkeitstrainings machen nach ihren Untersuchungen auf Cortisol-Ebene (Cortisol ist das Stresshormon) keine Stressreduktion. Bei den Partnerübungen (Dyaden), die von gegenseitiger Offenheit und Akzeptanz geprägt waren, gab es dagegen eine Stressreduktion um 51%.  Das legt nahe, dass Führungskräfte am besten eine offene, akzeptierende, nicht wertende Haltung unter Kollegen fördern, wenn sie Stresserkrankungen unter den Mitarbeitern vorbeugen möchten.

Die Neurowissenschaftlerin machte auch noch deutlich, dass Übung und Entwicklung Zeit braucht. Daher bringen ihrer Meinung nach Anti-Stress-Wochenenden gar nichts.

 

Nach Tanja Singer und ihrem fulminanten Vortrag dran zu kommen, ohne blass zu wirken, war ein Kunststück. Stephan Grünewald, Psychologe und Bestsellerautor gelang es. Denn er nahm es leicht – ganz nach französischer Lebensart -  und nahm sich unser Verhältnis zum Smartphone vor. Es sei wie eine Prothese, die man gar nicht spürt. Ein Zepter, das uns das Gefühl von Macht sogar Allmacht gibt. Das Smartphone gibt uns das Gefühl, dass die Welt steuerbar und kontrollierbar wäre und vermittelt den Anspruch, dass alles ohne Mühe zu händeln wäre. Da die Wirklichkeit anders aussieht, pendeln wir ständig zwischen Allmacht und Ohnmacht hin und her. Und da unsere Ansprüche an Karriere und Partnerschaft völlig überhöht sind, folgen bald Selbstzweifel, Rückzug und depressive Stilllegung. Daraufhin stürzen wir uns bis zur Erschöpfung ins Hamsterrad (sieht von außen wie eine Karriereleiter aus), was man als motorische Umsetzung des Grübelns deuten kann.

Diese Erschöpfung hat laut Grünewald eine wichtige Funktion. Sie gibt uns die Möglichkeit Stolz über unsere Leistung empfinden zu können, in Zeiten, in denen wir keinen Werkstolz mehr haben können. Das Gefühl der Erschöpfung ist also zum Gradmesser unserer Leistungsfähigkeit avanciert. Das führt bis zu einer regelrechten Erschöpfungskonkurrenz unter den Mitarbeitern. Wer am erschöpftesten ist, ist am besten! Die Krönung ist dann der Burnout – unsere Tapferkeitsmedaille!

Als Ausweg empfahl der Kölner Psychologe vom Rheingold Institut, Dehnungsfugen im Alltag einzubauen: Mal wieder bummeln ohne Ziel, gemütlich Bahn fahren, in aller Ruhe aufstehen und mit Genuss duschen. Achtsamkeit halt ;)